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Im Laufe seiner Anwendung verändert sich ein Thermometer durch chemische oder mechanische Einflüsse oder Alterungserscheinungen durch Wärmeprozesse. Diese Änderung hat unter Umständen massiven Einfluss auf die Abweichung des Thermometers von seiner Kennlinie. Um diese Änderungen zu berücksichtigen muss ein Thermometer in zeitlichen Intervallen kalibriert werden.
Kalibrieren bedeutet:
das Feststellen und Dokumentieren der Abweichung eines Messgerätes
vom richtigen Wert der Messgröße, ohne das Ergreifen von Maßnahmen zur Korrektur
Im Falle der Temperaturmessung können dies Thermoelemente, Widerstandsthermometer und natürlich auch Regler und Regisrtriergeräte sein.
Bei der Kalibrierung von Sensoren (Thermometern) werden diese auf eine bestimmte Temperatur gebracht und durch zwei verschiedene Messverfahren die Abweichung bestimmt. Entsprechend der Art und Weise des Kalibriervorganges werden diese Messverfahren benannt als:
Bei einer Fixpunktkalibrierung wird das zu überprüfende Thermometer zum Zeitpunkt des Phasenwechsels eines bestimmten Stoffes kalibriert. Zu diesem Zweck wird der Prüfling in eine sogenannte Fixpunktzelle eingeführt, welche sich in Zustand des Phasenwechsels befindet.(siehe hierzu: Änderung von Aggregatzuständen,ITS 90 und Fixpunkte). Es gibt Fixpunktzellen nahezu für jeden Temperaturpunkt der ITS 90, zum Beispiel Wasser:
Bei der Fixpunktkalibrierung entfällt das Verwenden eines Normalthermometers, da Fixpunkte physikalische Grössen sind.
Die kostengünstigere und in der Anwendung am häufigsten vorkommende Form der Kalibrierung ist die Vergleichskalibrierung. Hierzu wird der Prüfling und ein Normalthermometer, ein Thermometer dessen Abweichung bekannt ist, in ein geeignetes Medium geführt und die Abweichung des Prüflings festgestellt. Hierzu werden Flüssigkeitsbäder, Sandbäder, Metallblockkalibratoren und Rohröfen verwendet.
Es ist darauf zu achten, dass Prüfling und Normalthermometer keinen Temperaturänderungen mehr unterliegen sind und sich beide in einem eingeschwungenen Zustand befinden.
Vielfach wird das Kalibrieren immer noch mit dem Justieren verwechselt. Im Gegensatz zur Kalibrierung wird bei der Justierung jedoch ein Eingriff am Prüfling vorgenommen.
Justieren bedeutet:
das Ergreifen von geeigneten Maßnahmen,
um die durch eine Kalibrierung festgestellten Abweichungen
kleiner als die Toleranzgrenzen zu halten
Eine Eichung ist eine Kalibrierung, die jedoch nur von Amtspersonen (Eichamt) durchgeführt werden kann. Nach dem Eichgesetz, ist das Dokument der Kalibrierung bei einer Eichung ein beglaubigtes Dokument und wird mit einer Stempelung des Thermometers belegt. Geeichte Thermometer werden u.a. in Wärmemengenzählern eingesetzt.
Im Gegensatz zur Kalibrierung unterliegt das Thermometer bei einer Eichung
den vom Eichgesetz festgelegten Eichfehlergrenzen.